Poetry@Rubens
Poetry@Rubens ist eine Lesungsreihe, veranstaltet von der Philosophischen Fakultät der Universität Siegen gemeinsam mit dem Apollo-Theater, die der Gegenwartsliteratur in der Stadt Siegen ein Forum bieten soll. Nach einem fulminanten Start im Herbst 2007 mit einer Lesung des vielfach preisgekrönten Lyrikers und Essayisten Durs Grünbein hat die Reihe mittlerweile einen festen Rhythmus gefunden: Je einmal im Herbst und einmal im Frühjahr tragen bedeutende Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus ihren Werken vor. Dabei werden abwechselnd Prosatexte und Gedichte im Zentrum stehen. Kuratiert und moderiert wird die Reihe durch Prof. Dr. Jörg Döring und Prof. Dr. Dieter Schönecker aus der Philosophischen Fakultät.
Lena Schätte: „Das Schwarz an den Händen meines Vaters" (S. Fischer 2025)
11. November 2025, 19 Uhr, Apollo-Theater, Prosa

»Motte« wird die Ich-Erzählerin von ihrem Vater genannt. Der Vater ist Arbeiter, Spieler, Trinker. Eigentlich hat Motte sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann, beim Spielen alle Verstecke kennt und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen, der von der Werkshalle ins Büro versetzt wird, damit er sich nicht volltrunken die Hand absägt. Und das mit dem Alkohol, sagt die Mutter, war eigentlich bei allen Männern in der Familie so. Auch Motte trinkt längst mehr, als ihr gut tut. Schon als Kind hat sie beim Schützenfest Kellnerin gespielt und die Reste getrunken, bis ihr warm wurde. Jetzt, als junge Frau, schläft sie manchmal im Hausflur, weil sie mit dem Schlüssel nicht mehr das Schloss trifft. Ihr Freund stützt sie, aber der kann meistens selbst nicht mehr richtig stehen. (Verlag S. Fischer) Moderation: Prof. Dr. Jörg Döring p>
© Boris Breuer
Michael Donhauser: “Unter dem Nussbaum”
18. November 2025, 19 Uhr, Apollo-Theater, Lyrik

»Ein Aufhören, Aufrichten, ganz in Schwarz ein Atemzug Aufmerksamkeit« – mit diesen Worten setzte Michael Donhauser vor nun fast vierzig Jahren an zum poetischen Flug, der bis heute nicht an Höhe, nicht an Verve und Versatilität verloren hat. Getragen von einem Wind, der den Rhythmus vorgibt, manchmal aufbraust, an den Bäumen, den Rosen rüttelt, dann wieder abklingt, gleich einem Atmen in allem, »wehend von fernher und feiernd«, erkundet Donhausers Dichtung seitdem die Welt mit jedem Vers ein Stückchen mehr, schaut um sich und lauscht, fächert sie auf und lässt sie sinnlich erfahrbar werden in einem allein der poetischen Wahrnehmung verpflichteten Werk. Einem Werk, das mit Unter dem Nussbaum bei Weitem keinen Abschluss findet, sondern sich mit Blick auf bereits Veröffentlichtes, Verstreutes, Verlorengeglaubtes in neuen Texten aufrichtet, anhebt, ein Schlagen mit den Flügeln, hin zu jenem Ort, wo sich zeigt, was Gedichte vermögen. (Verlag Matthes & Seitz Berlin) Moderation: Prof. Dr. Dieter Schönecker
© Dino Ignani
Einmal Lyrik, einmal Poetry
Deniz Ohde und Armin Senser waren zu Gast bei Poetry@Rubens

Poetry@Rubens, die Lesungsreihe der Fakultät I der Universität Siegen in Kooperation mit dem Apollo-Theater und dem Haus der Wissenschaft der Universität Siegen lud zu Lyrik und Prosa ein. Los ging es am 5. November, 19 Uhr, Apollo-Theater Siegen, mit einer Lesung der Autorin Deniz Ohde. Sie laß aus ihrem Roman „Ich stelle mich schlafend“. Moderation: Prof. Dr. Jörg Döring
Zum Inhalt: „Ich stelle mich
schlafend“ erzählt von den dunklen Seiten einer Liebe – und
die Geschichte einer Befreiung. Ein eindringlicher Roman
über den Versuch einer Auslöschung und über die Frage, ob
es eine Berührung gibt, die den Kern eines Menschen
unwiederbringlich macht (Suhrkamp Verlag).
Am 26. November, 19 Uhr, Apollo-Theater, ist der Lyriker
Armin Senser zu Gast. Er liest aus seinem neuen Gedichtband
„Topographien“. Es geht dabei um eine Sammlung von
Gedichten. Es gibt drei Kapitel: Tagebuch, Familienalbum
und Topographien. Topographien sind Naturbetrachtungen. Das
Familienalbum folgt Privatem. Und beim Tagebuch geht es um
literarische Gattungen.
© privat (Senser), © BörgeMeyn (Ohde)
Ein Ticket kostet 15 Euro, ermäßigt 7,50 Euro. Studierende der Universität Siegen zahlen gegen Vorlage des Studierendenausweises 3,50 Euro.
Zwei Männer. Zwei Freunde. Zwei Gegenspieler.
Und ihr lebenslanger Kampf um ein besseres Leben.
Der Autor Christian Baron hat seine Kindheit in Literatur übersetzt
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Das Dröhnen und die Herrlichkeit, die Bürde und die Notwendigkeit des Lebens der „einfachen Leute“
Familien sind manchmal
komplizierte Konstrukte. Das hat auch der Autor Christian
Baron erfahren. Seine „sehr prekäre“ Kindheit in
Kaiserslautern hat der Wahl-Berliner in zwei Büchern
verarbeitet – „Ein Mann seiner Klasse“ und nun „Schön ist
die Nacht“. Christian Baron war zu Gast bei Poetry@Rubens
im Apollo-Theater. Er las aus "SChön ist die Nacht".
Moderiert wurde die Lesung von Prof. Dr. Jörg Döring:
„Baron hat seine eigene Geschichte aufgeschrieben“.
Die inkludiert den gewalttätigen Vater Ottes und die Mutter
Mira, die unter Depressionen leidet und stirbt, als
Christian Baron gerade einmal zehn Jahre alt ist. Die
Kinder werden von der Tante aufgenommen. Diese Tatsache
erweist sich als Glücksfall. Baron: „Sonst hätte ich kein
Abitur gemacht, nicht studiert, wäre nicht Journalist
geworden und hätte kein Buch geschrieben.“
Foto: © Hans Scherhaufer
Bericht zur Lesung in voller Länge
„Leuchtende Schafe“
Die Lyrikerin Ulrike Almut Sandig war zu Gast bei Poetry@Rubens im Apollo-Theater

Ein ganz besonderer Lyrik-Abend erwartete die Gäste der Lesungs-Reihe „Poetry@Rubens“ im Apollo-Theater. Zu Gast war Ulrike Almut Sandig. Sie las aus ihrem neuen Gedichtband „Leuchtende Schafe“ und entführte dabei in vergangene wie auch in aktuelle und künftige Literatur-Welten. „Stellt Euch vor, Ihr sitzt in einem Filmtheater. Das Buch zieht und zieht und zieht Euch in den Film. Das Theater ist ein ganz schäbiges, altes Kino.“ Ulrike Almut Sandig bereitete ihr kleines Publikum mit Wortwitz, Stimmgewalt und Gesang auf eine Zeitenreise vor, die kombiniert war mit eigenen Botschaften der Jetzt-Zeit.
Die Basis des ersten Vortrags bildete der Stummfilm „Berlin, die Sinfonie der Großstadt“ von Walther Ruttmann aus dem Jahr 1926. Der Film wurde seinerzeit von den Kritikern wegen seiner hektischen Schnitte verrissen. „Wir haben eine Gegenwart mit hektischen Schnitten“, kommentierte Sandig. Heute ist die Hektik gegenwärtig. Im Berlin der 1920er Jahre mag das (noch) anders gewesen sein. Zum Schluss der Darbietung ein nachdenklicher, fragender Rückblick: „Was ist das für eine nicht zerbombte Stadt?“. 20 Jahre später hatte das völlig zerstörte Berlin ein anderes Aussehen.
Fotocredits: Heike Bogenberger
Bericht zur Lesung in voller Länge
Termine & Archiv:
03.11.2021: Norbert Hummelt |
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03.12.2019: Monika Rinck |
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29.11.2018: Jan Koneffke |
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25.04.2018: Andreas Maier |
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09.11.2017: Carolin Callies |
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09.03.2017: Sibylle Lewitscharoff |
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09.11.2016: Jan Wagner |
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14.01.2016: Nadja Küchenmeister |
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20.10.2015: Ulla Hahn |
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18.11.2014: Dirk von Petersdorff |
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23.05.2013: Sara Khan |
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01.02.2012: Diedrich Diederichsen |
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16.01.2012: Roland E. Koch |
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28.10.2010: Rainer Kirsch |
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20.05.2010: Andreas Steinhöfel |
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28.04.2010: Volker Braun |
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2010: Wiglaf Droste |
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18.12.2009: Kathrin Röggla |
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29.05.2009: Angela Krauß |
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06.02.2008: Sabine Gruber |
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30.10.2007: Durs Grünbein |
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Poetry@rubens findet im Siegener Apollo-Theater statt.