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„Ich bin mehr als meine Diagnose“

Autor Olivier David war zu Gast im Forum Siegen

Siegen Zu Gast bei Forum Siegen war der Autor, Kolumnist und Schauspieler Olivier David. Der 36-Jährige gebürtige Hamburger hatte sein Buch „Keine Aufstiegsgeschichte. Warum Armut psychisch krank macht“ dabei. Moderiert wurde die Lesung von Hanna Butterer und Max Barnewitz (Didaktik der Sozialwissenschaften, Universität Siegen).

In seinem autobiografischen Buch schildert Olivier David das Aufwachsen in prekären Familien- und Finanzverhältnissen. Die Ehe der Eltern scheitert, die Mutter bleibt mit den Schulden des Mannes und zwei Kindern in einer Souterrain-Wohnung zurück. Kurzzeitig wird sogar die Sozialhilfe gepfändet, um die Bürgerschaft zu tilgen. Geld für das Allernotwendigste fehlt der Familie.

Der Sohn entwickelt Strategien, um die Armut möglichst zu verdecken. Zum Kirmesbesuch fehlt ihm das Geld. Als Grund für das Fernbleiben wird gegenüber den Schulkameraden Unlust angegeben. Die Armut ist im Kopf gegenwärtig. Die Botschaft des Versagers, die die Eltern ihm vermitteln, prägt sich tief ein, macht ihn krank. Wer arm ist, so seine Überzeugung, hat mehr Stressfaktoren und wird häufiger psychisch krank.

Der Autor konsumiert in seinen 20ern „Gras“ und handelt zur Finanzierung des Eigenbedarfs damit. Und er erkrankt an agitierter Depression. Im pubertären Alter entdeckte der Autor den Rap und das Schreiben als Kompensation für sich: „Ich konnte etwas von meinen Problemen und meiner Wut verlagern.“ Gegen Ende seines zweiten Lebensjahrzehnts politisiert er sich.

Olivier David will mit seinen Büchern auf Armut in der Gesellschaft und deren Folgen aufmerksam machen. Sein persönliches Fazit lautet: „Ich bin mehr als meine Diagnose“.