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„Bis die Sterne zittern“
Der Leipziger Autor Johannes Herwig war zu Gast bei YoungPoetry an der Gesamtschule Freudenberg
Der 27. Januar ist der Gedenktag an die Opfer des Holocaust. Am 27. Januar 2025 jährt sich zum 80. Mal der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Aus diesem Anlass war der Jugendbuchautor Johannes Herwig zu Gast an der Esther-Bejarano-Gesamtschule Freudenberg. Mitgebracht hatte er seinen Jugendroman „Bis die Sterne zittern“. Dieser handelt vom Widerstand der Leipziger Meuten in den 1930er Jahren.
Johannes Herwig weilte auf Einladung des Haus der Wissenschaft im Siegerland. Finanziert wurde die Lesung von der Christa-und-Dieter-Lange Stiftung. Rund 200 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9 füllten die Aula in Büschergrund. Viele der jungen Menschen erlebten erstmals eine Autorenlesung. 45 Minuten lang stellte der Gast aus Leipzig Buch und Inhalt vor. Protagonist Harro ist 15 Jahre alt, als er im Jahr 1936 von einer Streife der Hitlerjugend angegangen wird, weil er die Hakenkreuzfahne nicht gegrüßt hatte. Aus der Patsche helfen ihm einige Meuten, eine Jugendclique überwiegend aus dem Arbeitermilieu, darunter der Nachbarsjunge Heinrich. Die Meuten waren wie Wandersleute eher traditionell gekleidet. Sie widersetzten sich der Gleichschaltung und wollten sich nicht in nationalsozialistische Organisationen eingliedern, sondern ihre Freiheit bewahren. Gegen Ende der 1930er Jahre wurden viele von ihnen verhaftet. Auch Harro wird am Romanende von der Geheimen Staatspolizei in schwarzen Mänteln abgeholt und zum Verhör gebracht.
Johannes Herwig schildert in seinem ersten Jugendroman den Gewissenskonflikt, in dem sich seine Hauptfigur Harro befindet. „Das Elternhaus ist still angepasst. Die Eltern ducken sich weg. Es herrscht Sprachlosigkeit.“ Harro erlebt, wie jüdische Freunde misshandelt werden und gemeinsam mit der Familie Deutschland verlassen. Er selbst entscheidet sich nach einer kurzen Stippvisite bei der Hitlerjungend, seinen eigenen Weg zu gehen. Im Anschluss an die Lesung gab es viele Fragen. Auch die Autogrammkarten von Johannes Herwig waren heiß begehrt.