..
Suche
Hinweise zum Einsatz der Google Suche
Personensuchezur unisono Personensuche
Veranstaltungssuchezur unisono Veranstaltungssuche
Katalog plus
Ihre Ansprechpartnerinnen

Katja Knoche

E-Mail: 
knoche@hdw.uni-siegen.de
Tel.: +49 (0)271 / 740 - 2513

Villa Sauer
Obergraben 23
57072 Siegen
Raum: 001


Karin Gipperich

E-Mail: 
karin.gipperich@uni-siegen.de
Tel.: +49 (0)271 /740 - 2689

Villa Sauer
Obergraben 23
57072 Siegen
Raum: 003

Spezielle Karten machen Sprachgrenzen sichtbar

Marius Albers arbeitet an der Uni Siegen an einem Dialektatlas – Früher haben fast alle Kinder zuerst Dialekt gelernt

„Was macht den ein Sprachwissenschaftler?“ Auf die Frage von Marius Albers wussten die Kinderuni-Kinder eine Antwort: „Er erforscht Sprachen und Dialekte.“ Wie entsteht aus einer Ansammlung von Wörtern ein Satz? Indem man die Wörter ordnet und das Verb angleicht. Albers: „Die Grammatik gibt vor, wie man die Wörter richtig zusammenbaut. Sie gleicht einem Bauplan.“ Anhand von Fragen geleitete Marius Albers die Kinderuni-Kinder hin zu (un-)sichtbaren Sprachgrenzen. Das Thema der letzten Kinderuni-Veranstaltung im Rahmen der Frühjahrsstaffel lautete „Wat ist dat denn? Über (un-)sichtbare Grenzen in der Sprache“.

Kinder erlernen eine Sprache automatisch. „Wenn man deren Regeln aufschreibt, entstehen dicke Bücher“. Ein Beispiel dafür ist der Duden. Gibt es Sprachgrenzen? Ja. Denn in Europa und auf der ganzen Welt werden viele unterschiedliche Sprachen gesprochen. Auf einer Landkarte sind Sprachgrenzen nicht zu sehen, auf einer Sprachkarte schon. In Polen wird überwiegend Polnisch gesprochen, in England Englisch, in Deutschland Deutsch. So ganz einheitlich gestaltet sich der Sprachschatz der Menschen aber nicht. Ein Blick auf Deutschland macht deutlich: Es gibt auch Abwandlungen einer Sprache. Dialekte sind zwar nicht mehr so weit verbreitet wie noch in der Generation der Eltern und Großeltern, sie sind aber älter als das Standarddeutsch. Letzteres entstand vor etwa 300 Jahren.

Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler der Universität Siegen beschäftigen sich mit der Erstellung ganz besonderer Sprachkarten. Sie arbeiten an einem Dialektatlas. Menschen in verschiedenen Dörfern und Städten werden nach Bezeichnungen und deren Aussprache gefragt. Welche Wörter kennen die Kinder für Hund? Zwei Bezeichnungen dominierten: Hund und Köter. Die Sprachwissenschaftler kennen mehrere Bezeichnungen: Hunt, Kööter, Rüüe…. Je nach Ort werden unterschiedliche Bezeichnungen in den Dialekten verwendet. Das Westfälische besitzt Eigenheiten.

In einigen Regionen heißt Wasser „Wasser“, in anderen „Water“. In einigen Regionen sagen die Menschen „ich mache“, in anderen „ich make“. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bezeichnen diese Sprachgrenze als „Benrather Linie“, da diese bei Benrath den Rhein quert. Die Benrather Linie ist die Hauptlinie der Lautveränderung, die den deutschen Sprachraum teilte: Nördlich dieser Linie wird Niederdeutsch (bzw. wurde Altsächsisch) gesprochen, südlich davon Hochdeutsch (bzw. Althochdeutsch). Der charakteristischen Lautverschiebung k > ch nach wird die Benrather Linie auch als „maken-machen-Linie“ bezeichnet. Die im hochdeutschen Sprachraum vollzogene Konsonantenverschiebung ist die tiefgreifendste Veränderung in der Geschichte der deutschen Sprache. Sie führte zur Herausbildung der verschiedenen deutschen Mundarten wie Friesisch, Fränkisch, Schwäbisch, Bairisch, Alemannisch.

Dialekte sind Varianten einer Sprache. Sie spiegeln die Sprechweise von Menschen in einer bestimmten Region wider. Der Begriff „Dong“ für Butterbrot im Siegerland ist eine spezielle Bezeichnung aus unserer heimischen Region. Gleiches gilt für die Bezeichnung „Ollan“ für Dachboden. Marius Albers: „Früher haben fast alle Menschen als Kinder einen Dialekt gelernt. Heute sprechen die meisten Menschen Standarddeutsch.“ Und: „Die Dialekte sind viel älter als das Standarddeutsch, das vor etwa 300 Jahren entstand.“ Heute können zumeist nur noch die Älteren Dialekt sprechen und verstehen. Marius Albers verabschiedete die jungen Studierenden mit dem typisch Siegerländer „Nodda“ – also Tschüss.

Zum Abschluss der Frühjahrsstaffel der Kinderuni Siegen gab es wieder die begehrten Kinderuni-Diplome. Die Kinderuni Siegen ist eine Kooperation zwischen Universität Siegen und Siegener Zeitung. Sie wird unterstützt von der Sparkasse Siegen und der Industrie- und Handelskammer.